RST Lübeck im Harz: Drei Tage, vier Jahreszeiten und jede Menge Geschichten

Vom 17. bis 19. April 2026 zog es eine motivierte Truppe des RST Lübeck ins Harz Camp – mit großen Plänen, gutem Material und, wie sich zeigen sollte, einer ordentlichen Portion Wetter-Überraschungen im Gepäck.
Freitag: Einrollen mit Nebenwirkungen
Zum Auftakt ging es für Marcus, Sebastian, Anke, Micha und Philip direkt auf eine erste 40-km-Runde mit rund 200 Höhenmetern. Lockeres Einrollen? Naja – sagen wir: ambitioniert locker. Parallel dazu erlebten Sönke, Christiane und Maren gemeinsam mit Friederike eine „ungeplante“ Gravel-Einlage. Ob Navigationsfehler oder kreative Streckenwahl – die Grenzen zwischen Straße und Abenteuer verschwammen jedenfalls schnell.
Am Abend traf man sich geschlossen in der Futterscheune des Harz Campings. Neben gutem Essen stand vor allem die große Frage im Raum: Wie hart wird der Samstag wirklich? Spoiler: Ja.
Samstag: Sonnenschein, Brocken und… Hagel
Pünktlich um 9 Uhr rollte die Gruppe bei bestem Sonnenschein los – Ziel: der Brocken. Am Ende standen starke 128 km und 2356 Höhenmeter auf dem Tacho. Für Stefan begann der Tag allerdings mit einem technischen Warm-up: Eine leere Di2-Schalthebelbatterie musste kurzerhand in der Apotheke organisiert werden. Improvisationstalent: vorhanden.
Der Anstieg lief solide, die Stimmung ebenfalls. Doch was oben beginnt, endet im Harz bekanntlich selten trocken. Bei der Abfahrt vom Brocken öffnete der Himmel alle Schleusen – inklusive Hagel. Unten in Schierke wurde beim Kaufmann Zuflucht gesucht: Kaffee, warmes Essen und das gemeinsame Auftauen retteten die Moral.
Dort fiel auch die taktische Entscheidung: Gruppenaufteilung. Einige wollten abkürzen, andere noch Körner lassen. In Braunlage trennten sich die Wege – Unterschied: etwa 10 km und 200 Höhenmeter. Klingt machbar, hatte es aber in sich. Vor allem die lange Intervallsteigung auf der „Extra-Runde“ verlangte nochmal alles ab.
Gegen 18 Uhr trudelten alle – mehr oder weniger durchgekocht, durchgefroren oder beides – wieder im Camp ein. Um 19 Uhr wurde in der Futterscheune gemeinsam gegessen. Die Gespräche drehten sich weniger um Wattzahlen, mehr um Hagelkörner in Murmelgröße und heldenhafte Durchhaltegeschichten.
Sonntag: Der Harz sagt Nein
Der Plan einer entspannten Abschlusstour fiel buchstäblich ins Wasser. Dauerregen machte jede weitere Ausfahrt unattraktiv bis unsinnig. Also blieb es bei einem letzten gemeinsamen Frühstück und dem Fazit: Der Harz liefert – nur selten das, was man erwartet.
Fazit:
Starke Truppe, starke Leistungen und ein Wochenende, das man so schnell nicht vergisst. Zwischen Sonnenschein, Gravel-Exkursen und Hagelsturm war alles dabei. Genau das macht solche Touren aus – und sorgt noch lange für Gesprächsstoff im Verein.
 
Philip N.